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Buchtipp

Martin von Arndts Politthriller erzählt von Attentat in Berlin und Genozid an Armeniern

Foto: Ansgar Nöth

Das literarische Werk „Tage der Nemesis“ von Martin von Arndt ist ein historischer Kriminalroman der in Berlin spielt. Im Vorwort des Romans wird neben dem Genozid an den Armeniern auch die Rolle von einzelnen Bevölkerungsgruppen thematisiert, die die Ermordung der armenischen Bevölkerung ablehnten und einzelne Armenier retteten.


Tage der Nemesis“ spielt im Berlin der 1920er Jahre. Die Leiche des ehemaligen türkischen Staatsführers Talât Pascha wird im vornehmen Berlin-Charlottenburg aufgefunden. Kommissar Andreas Eckart erkennt in dem Toten einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern aus dem Jahr 1915 und kommt dadurch einem Geheimkommando auf die Spur, das Rache an den Verantwortlichen des Genozids nimmt. Die Ermittlungen führen anhand neuer Attentate bis nach Rom. Doch je weiter der Kommissar mit seinen Recherchen vorankommt, desto tiefer verstrickt er sich in die politischen Winkelzüge eines verfeindeten Europas, gezeichnet von zwei Weltkriegen. Schließlich gerät die Romanfigur Eckart selbst ins Fadenkreuz der Attentäter.

Ein rasanter Politthriller um wahre Verbrechen, der die politisch aufgeheizte Atmosphäre der Zwanzigerjahre eindrücklich einfängt.

„Tage der Nemesis“ ist ein genialer Mix, ist Doku-Fiction, skandalöse Enthüllungsstory, Politthriller mit psychologischem Tiefgang, einfach beste Unterhaltung – (SWR1, Südwestrundfunk)

Das wahre Verbrechen auf das sich Schriftsteller Martin von Arndt bezieht ereignete sich am 15. März 1921 in Berlin. Talaat Pascha, Innenminister des Osmanischen Reichs, der heutigen Türkei, wird in Deutschland erschossen. Talaat war der Hauptverantwortliche für den Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern und Hundertausenden Aramäern/Assyrern und Pontosgriechen. Für seine Verbrechen wurde Talaat Pascha von einem Kriegsgericht 1919 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, doch er war zuvor bereits mit deutscher Hilfe nach Berlin geflüchtet wo er als verurteilter Völkermörder Asyl erhielt und unter neuem Namen in der Hardenbergstraße 4 lebte.

Der armenische Student Soghomon Tehlirian spürte Talaat im Rahmen der geheimen „Operation Nemesis“ in Berlin auf und erschoss ihn, da Deutschland eine Auslieferung der verurteilten Kriegsverbrecher verweigerte. Am 2. Juni 1921 beginnt in Berlin der Prozess gegen Tehlirian. „Ich habe einen Menschen getötet, aber ich bin kein Mörder“, sagte Tehlirian vor Gericht. Der Völkermord an den Armeniern gelangt so erstmals an die Weltöffentlichkeit. Nach nur 2 Prozesstagen wird Tehlirian freigesprochen. Nicht der Täter Tehlirian, sondern das Opfer Talaat gehört auf die Anklagebank, war die einhellige Meinung in der Presse.

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