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Wie Theodor Herzl die Vernichtung der Armenier instrumentalisierte

Theodor Herzl 1897 in Basel, beim ersten Zionistenkongress. (Foto: Central Zionist Archive/Courtesy Simon Wiesenthal Center)

Am gestrigen Holocaust-Gedenktag, der auf den selben Tag fiel wie der jährlich am 24. April stattfindende Gedenktag zum Völkermord an den Armeniern, zitierte US-Präsident Donald J. Trump in seiner Rede an Israel den Gründer des Zionismus, Theodor Herzl. Doch wer war der Journalist und Publizist Herzl? Und welche Rolle spielte er bei den Massakern an den Armeniern 1894-1896, die von Historikern als Vorstufe des Armeniergenozids ab 1915 verstanden werden?
Die israelische Tageszeitung Haaretz schreibt, wie Herzl sein Netzwerk nutzte, um den Genozid an den Armeniern zu verheimlichen, im Austausch für eine türkische Unterstützung bei der Errichtung eines israelischen Staates. Herzl unterstützte den brutalen osmanischen Sultan Abdul Hamid II., auf dessen Veranlassung hin 1894-1896 bis zu 300.000 Armenier massakriert wurden. Herzl glaubte, dass seine Unterstützung dazu führen würde, dass der Sultan Palästina, welches zum Osmanischen Reich gehörte, an die Juden verkaufen würde.

„Unter keinen Umständen dürfen die Armenier erfahren, dass wir sie dafür nutzen wollen einen jüdischen Staat zu errichten.“ – Theodor Herzl

Herzls Strategie basierte auf der Idee eines Austauschs, schreibt die Haaretz: Die Juden würden die hohen Schulden des Osmanischen Reichs tilgen, als Gegenleistung für die Aneignung von Palästina und die Errichtung eines jüdischen Staates auf dessen Boden. Herzl arbeitete hart daran den Sultan zu überreden seinen Vorschlag anzunehmen, jedoch ohne Erfolg.

Der Schweizer Historiker Hans-Lukas Kieser schreibt dazu: „Bernard Lazares Zorn hätte sich lange vor dem Basler Telegramm entzündet, wenn er gewusst hätte, dass Herzl sich 1896, noch während der Pogrome an Armeniern, um eine Audienz beim Sultan bemüht hatte und bereit war, dessen Sympathie mit Geld und dem Versprechen zu gewinnen, die europäische Presse protürkisch zu beeinflussen. Der israelisch Historiker Yair Auron geht ausführlich auf Herzls rein instrumentalisierenden Umgang mit der armenischen Frage ein.“

Lesen Sie auch:  Völkermord an Armenier: Kölner Initiative kämpft weiter für Genozid-Mahnmal
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