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Aserbaidschan nimmt sechs armenische Soldaten in Armenien gefangen

Rund sieben Monate nach dem Angriffskrieg Aserbaidschans gegen das mehrheitlich armenisch bewohnte Bergkarabach, droht die Lage im Südkaukasus erneut zu eskalieren.

Am frühen Don­ners­tag­mor­gen wurden sechs Soldaten der Streitkräfte der Republik Armenien von aserbaidschanischen Soldaten umzingelt und gefangen genommen, als sie im Grenzgebiet der Region Gegharkunik, auf Territorium Armeniens, technische Arbeiten durchführten, berichtet das armenische Verteidigungsministerium. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium bestätigte die Gefangennahme.

„Aserbaidschanische Militäreinheiten, die seit dem 12. Mai in das souveräne Territorium der Republik Armenien eingedrungen sind, führen weiterhin provokative Aktionen in verschiedenen Richtungen durch“, teilte das armenische Außenministerium in einer Erklärung mit.

Laut dem Außenministerium Armeniens zielen diese provokativen Handlungen der militärisch-politischen Führung Aserbaidschans auf eine weitere Verschärfung der Situation ab, was den regionalen Frieden und die Stabilität im Südkaukasus ernsthaft gefährden könnte.

„Wir verurteilen aufs Schärfste die Anwendung von Gewalt durch Aserbaidschan gegen die territoriale Integrität und Souveränität der Republik Armenien und betonen, dass die militärisch-politische Führung Aserbaidschans für alle Handlungen und Folgen der aserbaidschanischen Streitkräfte verantwortlich ist“, heißt es in der Erklärung.

Das Verteidigungsministerium Armeniens gab an, dass es alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um die gefangenen Soldaten zurückzubringen. Weiter wies das Ministerium Armeniens Berichte der aserbaidschanischen Seite zurück, wonach die armenischen Soldaten versucht hätten die armenisch-aserbaidschanische Grenze in Richtung des Bezirks Kalbajar zu überqueren. Kalbajar, das bis zum jüngsten Bergkarabachkrieg unter armenischer Kontrolle stand, wurde im Zuge des Waffenstillstandsabkommens vom 10. November 2020 an Aserbaidschan übergeben.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich am Dienstag, als aserbaidschanische Streitkräfte armenische Stellungen in der Nähe des Grenzdorfes Verin Shorzha, in der gleichen Region Gegharkunik auf armenischen Territorium beschossen und dabei einen armenischen Soldaten töteten.

 

Lesen Sie auch:  HRW: Aserbaidschan begeht Kriegsverbrechen an entführten armenischen Soldaten
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