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Luther George Simjian: Erfinder des ersten Geldautomaten

Luther Simjian als er im April 1935 in New York City ankommt. Simjian, ein Erfinder, der mehr als 200 Patente hielt, u. a. für den Geldautomaten, die selbstfokussierende Kamera und den Teleprompter

Der Armenier Luther George Simjian erfand 1939 den ersten Geldautomaten, der probeweise von der City Bank of New York in Betrieb genommen wurde. Doch schnell musste er erkennen: Nur Glücksspieler und Prostituierte, die nicht von Angesicht zu Angesicht mit Kassierern zu tun haben wollten, waren die einzigen Benutzer des Gerätes. Somit blieb ihm nicht nur der kommerzielle Erfolg verwehrt, sondern auch der Ruhm des Erfinders dieser Einrichtung. Als Erfinder des Geldautomaten gilt heute meist Donald Wetzel, der Ende der 1960er Jahre die 5 Millionen US-Dollar teure Entwicklung des ersten kommerziell erfolgreichen Geldautomaten leitete.

Der erste Geldautomat in Deutschland wurde am 27. Mai 1968 in der Kreissparkasse Tübingen in Betrieb genommen.

Luther George Simjian wuchs als Sohn armenischer Eltern in Aintab auf, wurde aber infolge des Völkermordes an den Armeniern von seiner Familie getrennt und flüchtete zunächst nach Beirut, später Marseille. 1920 wanderte er in die USA aus, wo er bei Verwandten in New Haven (Connecticut) unterkam. Er arbeitete dort als Fotograf. Seine Pläne für ein Medizinstudium gab er auf, als ihn die medizinische Fakultät der Universität Yale als Laborfotograf anstellte. 1928 übernahm er die Leitung der fotografischen Abteilung. Er entwickelte dort unter anderem einen Projektor für Bilder aus Mikroskopen und ein Farbröntgengerät.

Als er 1939 die Idee zu einem Geldautomaten hatte, begegneten die konservativen Banken dieser Idee mit viel Skepsis, aber er meldete über 20 Patente an und entwickelte einige Prinzipien, die sich auch in heutigen Geldautomaten noch wiederfinden, einschließlich des amerikanischen Namens für solche Geräte, „automated teller machine“.

Der kommerzielle Erfolg hingegen stellte sich mit seinem „optischen Entfernungsschätzungs-Trainer“ ein, einem einfachen Flugsimulator aus Spiegeln, Modellflugzeugen und Lichtquellen, mit dem während des Zweiten Weltkriegs die Piloten der US-Streitkräfte darin trainiert wurden, die Entfernung und Geschwindigkeit anderer Flugzeuge abzuschätzen.

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