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Gorbatschow: Der Bergkarabach-Konflikt hatte und hat keine einfache Lösung

Michail Sergejewitsch Gorbatschow (Foto: AFP/Getty)

Für den Bergkarabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan gab es bereits zu Sowjetzeiten und gibt es auch aktuell keine einfache Lösung. Dies schreibt der ehemalige Präsident der UdSSR Michail Gorbatschow in einem am Montag veröffentlichten Artikel in Russlands außenpolitischem Fachmagazin globalaffairs.ru.

„Unter [Josef] Stalin begann sich der multinationale Staat in ein starres, überzentralisiertes Einheitssystem zu verwandeln. Das Zentrum entschied alles und kontrollierte alles. Außerdem zogen Stalin und seine Mitarbeiter willkürlich die Grenzen ein, als wollten sie sicherstellen, dass niemand daran denken konnte, die Union zu verlassen. Die nationalen Probleme wurden in den Hintergrund gedrängt, aber sie sind nicht verschwunden. Hinter der Fassade des „Wohlstands und der Annäherung der sowjetischen Völker“ verbargen sich akute Probleme, die niemand wahrnahm. Stalin betrachtete alle nationalen Missstände und interethnischen Streitigkeiten als antisowjetisch und unterdrückte sie, indem er keine Zeit mit Ermahnungen verschwendete.“, schreibt Gorbatschow.

„Wir müssen zugeben, dass wir das Ausmaß und die Schwere des Problems anfangs unterschätzt haben. Aber als es auftrat, konnten wir nicht mit den alten Methoden der Unterdrückung und des Verbots handeln. Wir waren der Meinung, dass wir einen anderen Weg einschlagen, nach durchdachten und überlegten Ansätzen suchen und durch Überzeugungsarbeit handeln müssen.“, so der ehemalige russische Staatspräsident.

Nach Ansicht von Gorbatschow hat der Bergkarabach-Konflikt lange zurückreichende Wurzeln.

„Es gab damals keine einfache Lösung und es gibt auch heute keine einfache Lösung, auch wenn man mich davon zu überzeugen versuchte, dass sie durch eine Neuziehung der Grenzen erreicht werden könnte. In der Führung des Landes herrschte Einigkeit darüber, dass dies nicht hinnehmbar war.“, schreibt Gorbatschow.

Der russische Friedensnobelpreisträger Gorbatschow war damals der Meinung, dass es Sache der Armenier und Aserbaidschaner war, eine Einigung über den Status von Bergkarabach zu erzielen. Die Rolle des Unionszentrums, so der Politiker, bestand darin, ihnen bei der Normalisierung der Lage zu helfen, insbesondere bei der Lösung wirtschaftlicher Probleme.

 

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