Folgen Sie uns

Hallo, wonach suchen Sie?

Bergkarabach

Französischer Arzt bestätigt erstmals Phosphorbomben-Einsatz gegen Armenier

Patrick Knipper. (Foto: Le Point)

Erstmals bestätigt ein Arzt den Einsatz von Phosphorbomben gegen armenische Soldaten.

Aserbaidschanische Streitkräfte haben in ihrem Angriffskrieg gegen Bergkarabach weiße Phosphormunition eingesetzt, eine Brandwaffe, die schwere Verbrennungen verursachen kann, sagte ein französischer Arzt, der verwundete armenische Soldaten operiert, gegenüber der Zeitung Le Point.

Patrick Knipper, ein orthopädischer Chirurg der Assistance Publique-Hôpitaux de Paris (APHP) und Spezialist für schwere Verbrennungen, befindet sich im Rahmen einer französischen Hilfsmission in Armeniens Hauptstadt Jerewan, um den einheimischen Ärzten bei der Behandlung der von der Bergkarabach-Front ankommenden Verwundeten zu helfen.

Läsionen, die „weiter fortschreiten“, „sehr tiefe“ Krater, „Hypokalzämie“ (ein anormaler Abfall des Kalziumspiegels im Blut), „verbrannte“ Patienten – so beschreibt Knipper die Verletzungen der armenischen Soldaten. Alle Symptome die er anführt, deuten seiner Meinung nach „stark auf eine Phosphorverbrennung hin“. Obwohl der Einsatz dieser Brandwaffe in militärischen Arsenalen nicht völkerrechtlich verboten ist, ist ihr Einsatz dennoch umstritten, da sie schwerste Verletzungen verursacht.

Weißer Phosphor ist die gefährlichste Form des Phosphors und wird in Brandbomben wird mit Kautschukgelatine versetzt. Diese Masse haftet an der Person, die damit Kontakt hatte und wird weiter verteilt. Der Kampfstoff durchdring Kleidung und brennt sich bis in die Knochen ein, verursacht schwere und oft tödliche Verbrennungen.

Die Dämpfe des weißen Phosphors sind hochgiftig, schädigen das Herz, die Nieren und die Leber. Beim Einatmen verursacht Phosphor zudem tödliche Verletzungen der Atemwege. Die durch die Brandwirkung entstandenen Verletzungen sind daher oft nur schwer heilbar. Der Einsatz von Phosphorbomben als Brandwaffen gegen Zivilpersonen ist in den Zusatzprotokollen zur Genfer Konvention verboten.

Lesen Sie auch:  EU-Parlament verurteilt Aserbaidschans anti-armenische Agenda
Werbung
Werbung
Werbung

Weitere Themen

Armenien

NVIDIA, ein weltweit führendes Unternehmen für visuelle Computertechnologien, richtet ein Forschungszentrum in Armenien ein, wie der stellvertretende Sprecher der armenischen Nationalversammlung Hakob Arshakyan mitteilt....

Bergkarabach

Eineinhalb Jahre nach Ende des erneuten Krieges um Bergkarabach (Arzach) und inmitten neuster Einschüchterungskampagnen des aserbaidschanischen Militärs strebt Armenien ein Friedensabkommen mit dem verfeindeten...

Politik

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag in einer Resolution „zur Zerstörung von Kulturerbe in Bergkarabach“ deutliche Worte gegenüber Aserbaidschans anti-armenischer Agenda gefunden. Die Resolution...

Buchtipp

In „Sadistic Pleasures“ dokumentiert die Journalistin Ashkhen Arakelyan wahre Geschichten von Folter, Schmerzen und psychologischem Missbrauch. Es sind Berichte von 14 armenischen Soldaten und...