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Panorama

Kim Kardashian in Armenien: Ein PR-Albtraum für die Türkei

Kim Kardashian landet in Armenien

Heute ist der US TV-Star Kim Kardashian, die väterlicherseits armenische Wurzeln hat, in Armenien gelandet. Begleitet wird sie von Ehemann und US-Rapper Kanye West, Tochter North West sowie Schwester Khloe Kardashian.

In Armenien werden sie von einem Kamerateam des US-Senders E! Entertainment Television gefilmt, um aus der armenischen Hauptstadt Jerewan eine neue Episode für die Serie „Keeping up with the Kardashians“ zu drehen.

Einer der Organisatoren der Reise sagte, ‪Kardashian‬ wolle mit ihrer Familie „den Opfern des armenischen Genozids gedenken“. Sie werde während ihres achttägigen Besuchs an einem Dokumentarfilm über den Völkermord, der sich am 24. April zum 100. Mal jährt, arbeiten.

Kardashian möchte Völkermord gedenken

Kim Kardashian will Angaben zufolge das Zizernakaberd Mahnmal für die Opfer in ‪‎Jerewan‬ besuchen und im armenischen Nationalarchiv nach Unterlagen über ihre Vorfahren forschen. Zudem werde sie in die nordwestliche Stadt ‪Gyumri‬ reisen, wo entfernte Verwandte der Kardashians wohnten. Die Vorfahren von Kim Kardashians Vater waren vor dem Völkermord in die USA geflüchtet.

Kim hat sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zu dem Völkermord-Thema geäußert. So forderte sie 2011 die Amerikaner in einem Blogpost auf, den Völkermord an den Armeniern als solchen anzuerkennen. „Solange dieses Verbrechen nicht wahrhaftig aufgeklärt ist, wird das armenische Volk mit dem Schmerz leben, der seinen Familien angetan wurde. Und mit der Angst, dass das noch einmal mit seiner Heimat passieren könnte“, schrieb Kardashian.

Und jedes Jahr am 24. April informiert sie ihre über 50 Millionen Fans auf Facebook und Twitter über den Genozid und erinnert mit einem Post oder Tweet daran.

Weitere Prominente in Armenien erwartet

Neben den Kardashians werden zudem Schauspieler George Clooney, sowie die Rockband und Grammy-Preisträger System of a Down Armenien bis zum 24. April, dem weltweiten Gedenktag des Völkermords an den Armeniern, besuchen.

Am 24. April 1915 begann das Osmanische Reich mit der Verhaftung, Deportation und Ermordung von über 200 intellektuellen Armeniern. In den folgenden Monaten wurden bei der rücksichtslosen Verfolgung der christlichen Minderheit 1,5 Millionen Armenier, sowie über 700.000 Aramäer/Assyrer und Pontosgriechen getötet. Die internationale Geschichtswissenschaft, die zu dem Thema geforscht hat, sowie das Europaparlament spricht von einem gezielten Völkermord.

Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches leugnet bis heute kategorisch, dass es einen Völkermord gegeben hat. Ankara behauptet, dass die Opferzahlen übertrieben seien und es sich bei den Deportationen um kriegsbedingte Maßnahmen gehandelt hat. Auch Deutschland hat die Verfolgung der Armenier bis heute nicht offiziell als Völkermord anerkannt – offenbar aus Angst vor der Reaktion der Türkei. Das Deutsche Kaiserreich war 1915 Verbündeter des Osmanischen Reiches und trägt eine Mitschuld am Völkermord, wie Jürgen Gottschlich in seinem neuen Buch „Beihilfe zum Völkermord“ anhand von Dokumenten aus Staatsarchiven nachgewiesen hat.

 
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