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Putin lädt Armenien und Aserbaidschan zu Gesprächen nach Moskau

Russland ruft zu einem Waffenstillstand auf, damit die beide Seiten Leichen und Gefangene austauschen können.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Außenminister Armeniens und Aserbaidschans am 9. Oktober zu Gesprächen über den Krieg in Bergkarabach nach Moskau eingeladen, teilte der Pressedienst des Kremls am Donnerstag mit.

„Nach einer Reihe von Telefongesprächen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev und dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan ruft der Präsident Russlands dazu auf, die gegenwärtigen Feindseligkeiten in der Konfliktzone Bergkarabach aus humanitären Gründen einzustellen, mit dem Ziel, einen Austausch von Leichen und Gefangenen durchzuführen“, so der Pressedienst in einer Erklärung.

„Um unter Vermittlung des russischen Außenministers Konsultationen zu diesen Fragen abzuhalten, werden die Außenminister Aserbaidschans und Armeniens am 9. Oktober nach Moskau eingeladen“, hieß es darin.

Am 27. September hat, wie mittlerweile international bestätigt, Aserbaidschan die armenisch bewohnte Region Bergkarabach angegriffen und entfachte damit erneut einen Krieg. In einer Kurzmeldung des Bundestages von Donnerstag heißt es: „Die Bundesregierung ist besorgt über den wieder aufflammenden Konflikt um die Region Berg-Karabach. Es seien derzeit die „schwersten Auseinandersetzungen“ seit Ende des von 1992 bis 1994 dauernden Krieges zwischen den beiden Nachbarstaaten Aserbaidschan und Armenien, sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes am Mittwochnachmittag im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.“

Die beiden Kaukasus-Staaten befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die Region Bergkarabach. Die Region überschneidet sich mit dem Großteil der historischen armenischen Provinz „Arzach“ , welches Bestandteil des Königreichs Armenien war (189 v. Chr. bis 387 n. Chr.). 1921 wurde von Josef Stalin Bergkarabach der Aserbaidschanischen SSR zugeschlagen, obwohl 94% der dort lebenden Menschen Armenier waren. Durch den Zerfall der UdSSR erklärte sich Bergkarabach am 2. September 1991 per Volksentscheid – und in Übereinstimmung mit der sowjetischen Verfassung – für unabhängig. Baku reagierte mit einer Blockade der Region und versuchte die Kontrolle mit militärischen Mitteln zurück zu gewinnen. Daraufhin griff Armenien mit russischer Unterstützung ein und besetzte ca. 14% des Territoriums Aserbaidschans als Schutzzone. Einem 3-jährigen Krieg und ca. 30.000-50.000 Toten folgte im Mai 1994 ein seit jeher brüchiges Waffenstillstandsabkommen.

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