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Niederlande stuft Ermordung der Armenier als Genozid ein

Der niederländische Ministerpräsidenten Mark Rutte (Foto: dpa/Sven Hoppe)

Das Parlament der Niederlande hat die Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich, dem Gebiet der heutigen Türkei, als Genozid eingestuft. Die Parlamentarier stimmten der Vorlage der Regierungsfraktionen am Donnerstagabend mit großer Mehrheit zu. Das Votum dürfte die Spannungen im Verhältnis zur Türkei weiter erhöhen.

In der nun angenommenen Entschließung – 142 Ja-Stimmen und nur drei Gegenstimmen – heißt es, dass das Parlament „in eindeutiger Weise vom Völkermord an den Armeniern“ ausgeht. Die Abgeordneten beschlossen ebenfalls, künftig regelmäßig einen Regierungsvertreter zur Gedenkfeier in Armenien „für die Opfer des Völkermordes“ zu entsenden. Ob sich die niederländische Regierung die Sprachregelung zu eigen macht, blieb allerdings offen.

Schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Armenier sowie Hunderttausende Aramäer/Assyrer und Pontosgriechen waren von 1915 an bei Massakern und Deportationen ums Leben gekommen. Die Mehrheit der internationalen Historiker sieht den Genozid als erwiesen an. Die Türkei lehnt die Einstufung als Völkermord aber strikt ab.

Im Juni 2016 hatte der deutsche Bundestag die Massaker an den Armeniern fraktionsübergreifend als Völkermord eingestuft. Dies löste eine schwere diplomatische Krise mit der Türkei aus.

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