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Film »Grandma's Tattoos« über Völkermord an den Armeniern wird in der Türkei ausgestrahlt

Grandma's Tattoos Völkermord an den Armeniern

»Teuflische Zeichen« – Tätowierungen als Stigmatisierung der armenischen Frauen während des Völkermords 1915


Wie die türkische Tageszeitung »Hürriyet Daily News« berichtet, wird das internationale »Filmmor Women’s Film Festival« in Istanbul in seinem diesjährigen und zugleich 10. Jahr einen Dokumentarfilm über den Völkermord an den Armeniern ausstrahlen, der die Erfahrungen der Großmutter der schwedisch-armenischen Regisseurin Suzanne Khardalian während des Genozids 1915 präsentiert.

»Grandma’s Tattoos« wird am 15. und 16. März 2012 im »AFM Fitaş Beyoğlu« Filmtheater zu sehen sein. Das französische Kultur Zentrum hatte eine Ausstrahlung vorgesehen, jedoch wurde der Ablaufplan in letzter Minute geändert. Während der Ausstrahlungen des Dokumentarfilms in Schweden diesen Jahres, kam es zu Protesten seitens der in Schweden lebenden türkischen Gemeinschaft. Auch in Istanbul wurden die Veranstalter dazu gedrängt, den Film aus dem Programm zu entfernen, doch sie versicherten, dass sie den Film definitiv ausstrahlen werden, berichtet die Webseite news.am.
Khardalian sagte, dass sie sehr erfreut darüber sei, dass ihr Film von türkischen Zuschauern gesehen werde. »Mein Film könnte als Plattform dienen, um zum Dialog einzuladen und um über sehr schwierige Themen zu diskutieren. Es ist eigentlich eine Einladung, um uns mit unseren tief verwurzelten Tabus, Tabus die uns verkrüppelt haben, sowohl Armenier als auch Türken, auseinanderzusetzen.«
Khardalian gab weiter an, dass sie sehr nervös sei, da es sich bei dem Film um eine persönliche Geschichte handele. »Während ich den Film machte, verstand ich nach langem Überlegen, dass ich da drin sein musste. Obwohl der Film von meiner Großmutter handelt, ist er genauso über mich. Er handelt von meiner heutigen Realität.«
Sie sagte, dass die Vergewaltigungen und Traumata der Frauen sie als weibliche Regisseurin zutiefst getroffen haben, weil ihre Großmutter dieser Gewalt ausgesetzt war und ihr Körper während des Völkermords 1915 mit Tätowierungen, als Stigmatisierung, gebrandmarkt wurde.
»Als Mädchen geboren zu sein war für sie eine Tragödie. Ich kann ihr Geschimpfe mit mir immer noch hören, und ich mochte sie nicht. Aber als ich dann die Wahrheit herausfand, überkam mich ein enormes Schamgefühl.« sagt Khardalian.
»Ich war noch nie in der Türkei. Aber lassen sie mich ihnen sagen, dass ich, sowie alle Armenier, die Geographie dieses Landes auswendig kenne.« fügte sie hinzu.

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