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Film »Grandma's Tattoos« über Völkermord an den Armeniern verärgert Türken in Schweden

Grandma's Tattoos Schweden Völkermord an den Armeniern TürkeiDie Dokumentation »Grandma’s Tattoos«, der vom Völkermord an den Armeniern handelt und vom schwedischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, führte zu einem großen Protest der türkischen Gemeinschaft Schwedens.Türken in Schweden äußerten ihren Protest durch das Zusenden Tausender Emails an das Staatsfernsehen, berichtet die türkische Nachrichtenagentur »Haberler«.

Das schwedische Fernsehen antwortete auf die Proteste der türkischen Gemeinschaft und wies darauf hin, dass der Film nicht explizit vom Genozid handelt, sondern von Erinnerungen der Großmutter der Schwedin armenischer Abstammung und Regisseurin des Films, Suzanne Khardalian.

Tätowierungen im Gesicht

Während des Völkermords an den Armeniern fügten Jungtürkische Soldaten und Zaza-Kurden den armenischen Frauen Zeichen zu – im Falle der Soldaten, um die armenischen Frauen zu stigmatisieren. Dabei wählte man die Hände und das Gesicht, da diese Teile des Körpers und somit die eintätowierten Zeichen und einhergehende Stigmatisierung von der Öffentlichkeit deutlich wahrgenommen werden konnte.
Die Regisseurin befasste sich intensiv mit den Schicksalen tätowierter armenischer Frauen die den Genozid überlebt hatten und über die bislang nicht sehr viel bekannt war. Die Dokumentation zeigt die Chronik eines Versuchs von Suzanne Khardalian, die Gräueltaten die ihre mit »teuflischen Zeichen« gebrandmarkte Großmutter verängstigten, aufzudecken. Die Tätowierungen im Gesicht und auf den Händen der Großmutter, waren anhaltende Erinnerungen an eine Zeit in Gefangenschaft, der Vergewaltigung und Zwangsislamisierung während des Völkermords an den Armeniern. Viele Erfahrungen ihrer Großmutter bleiben für die Enkelin und Regisseurin ein Geheimnis. Doch selbst die kleinen Stücke die Khardalian Jahre nach dem Tod der Großmutter aufdecken konnte, lassen noch ein schwaches aber schreckliches Echo der höllischen Ereignisse, das die Überlebenden bis ins Grab verfolgte, nachhallen.
»Grandma’s Tattoos« wurde in Schweden im September 2011 uraufgeführt und mittlerweile drei mal im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Der Film wurde zudem von Fernsehanstalten anderer Länder aufgeführt, darunter vom bekanntesten arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.
Sehen Sie hier »Grandma’s Tattoos« in voller Länge und englischer Sprache:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=MjNW8V8Ej2U?rel=0&w=480&h=274]

Lesen Sie auch:  Völkermord an Armenier: Kölner Initiative kämpft weiter für Genozid-Mahnmal
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