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Bergkarabach

EGMR-Antrag: Armenien untersucht Video von Hinrichtung Gefangener durch Aserbaidschan

Die Vertretung Armeniens beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) untersucht das in aserbaidschanischen Medien verbreitete Filmmaterial, auf dem die Hinrichtung armenischer Kriegsgefangener in Hadrut zu sehen sein soll.

Auf dieser Grundlage werden Materialien vorbereitet, um sich an den EGMR zu wenden, sagte Jeghishe Kirakosyan, Vertreter der Republik Armenien beim EGMR, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Armenpress.

Untersuchungen von Bellingcat, einer Plattform für investigativen Journalismus und Faktenprüfung, haben die Echtheit des Videomaterials bestätigt. „Die Videos, die ursprünglich auf den aserbaidschanischen Telegram Kanälen veröffentlicht wurden, sind inzwischen entfernt worden. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet unterdessen immer noch, dass die Videos inszeniert wurden. Diese Leugnung wurde auch auf denselben Telegrammkanälen verbreitet, auf denen die Videos zuerst erschienen sind. Die hier detaillierte Analyse sowie die ersten Annahmen, die mit den Videos veröffentlicht wurden, scheinen jedoch darauf hinzudeuten, dass es sich bei diesen beiden Männern tatsächlich um armenische Kämpfer handelte, die zwischen dem 9. und 15. Oktober von aserbaidschanischen Soldaten, möglicherweise Spezialeinheiten, gefangen genommen und wahrscheinlich kurze Zeit später hingerichtet wurden.“, stellt Bellingcat fest.

Der Menschenrechtsverteidiger der de-facto Republik Arzach (Bergkarabach), Artak Beglaryan, bezeichnet das Video, auf denen zwei Kriegsgefangene aus Bergkarabach erschossen werden, als einen weiteren Beweis für aserbaidschanische Kriegsverbrechen. Allerdings sei es diesmal von einer aserbaidschanischen Quelle selbst verbreitet worden, so Beglaryan. Bei einem der Opfer soll es sich um einen Zivilisten handeln. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium bestreitet das auf Video festgehaltene Verbrechen.

Derartige Hinrichtungsvideos, wie sie nun von aserbaidschanischer Seite verbreitet wurden, sind bislang mehrheitlich von der dschihadistischen Terrormiliz IS bekannt. An der Seite Aserbaidschans stehen derzeit nachweisbar weit über 1.000 syrische Söldner, die von der Türkei rekrutiert und bezahlt wurden, um die aserbaidschanische Regierung des Autokraten Ilham Aliyev im Angriffskrieg gegen Armenier zu unterstützen.

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