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Armenische Militärangehörige wegen Spionage für Aserbaidschan verhaftet

Der Nationale Sicherheitsdienst (NSS) von Armenien hat einen Fall von Hochverrat aufgedeckt, der von einer organisierten armenischen Gruppe im Zuge des Bergkarabach-Krieges im Herbst 2020 begangen wurde.

Der Kommandeur einer Abteilung der armenischen Armee und sein Vertrauter haben Informationen über die Bewaffnung und den Truppeneinsatz der armenischen Armee an aserbaidschanische Spezialeinheiten übermittelt, teilte der NSS am Montag in einer Erklärung mit.

Laut den Ermittlern haben die armenischen Angeklagten vor und während des Bergkarabach-Krieges im Herbst 2020 militärische und staatliche Geheimnisse an aserbaidschanische Spezialeinheiten weitergegeben, darunter die Daten über den Einsatz armenischer Truppen, militärische Befehlshaber der armenischen und bergkarabachischen Armee sowie über die Anzahl der Waffen. Beide Angeklagte sollen bereits ein Geständnis abgelegt haben und wurden wegen des Verdachts des Hochverrates verhaftet.

Der mit Medaillen und Abzeichen ausgezeichnete ehemalige armenische Militärangehörige soll mit einer befreundeten Person, ebenfalls armenischer Staatsbürger, unter dem Vorwand der Jobsuche in die Türkei gereist sein. Dort sollen sie sich mit Spezialeinheiten Aserbaidschans getroffen und einem Angebot zugestimmt haben, für materielle Vorteile armenische Staatsgeheimnisse und Truppeneinsätze an Aserbaidschan weiterzuleiten.

In einer aserbaidschanischen Botschaft eines anderen Landes unterzeichneten die Angeklagten Rekrutierungsverträge, erhielten Codenamen und Vorauszahlungen.

Wie der armenische Nationale Sicherheitsdienst mitteilte, standen die armenischen Angeklagten regelmäßig in Kontakt mit den aserbaidschanischen Sondereinheiten und erhielten von diesen konkrete Anweisungen, um etwa militärische Einheiten des armenischen Verteidigungsministeriums, Objekte von staatlicher und strategischer Bedeutung zu fotografieren und Videoaufzeichnungen anzufertigen, die dann über mobile Anwendungen an die Sondereinheiten der aserbaidschanischen Regierung gesendet wurden.

Am 27. September 2020 – als Aserbaidschan seinen Angriff gegen Bergkarabach einleitete – reiste laut NSS eines der Mitglieder dieser organisierten Gruppe als armenischer Freiwilligenkommandant unter dem Vorwand, an den Feindseligkeiten gegen Arzach (Bergkarabach) teilzunehmen, in die Region Hadrut, sammelte bis Ende Oktober 2020 Informationen und gab sie an die aserbaidschanische Seite weiter.

Lesen Sie auch:  HRW: Aserbaidschan begeht Kriegsverbrechen an entführten armenischen Soldaten

Ein anderes Mitglied dieser Gruppe soll eines der armenischen Luftabwehrraketensysteme im tiefen Inland fotografiert und diese Informationen weitergegeben haben, wodurch es den aserbaidschanischen Streitkräften gelang dieses Ziel anzugreifen und zu zerstören.

Bei Durchsuchungen in den Wohnungen der Angeklagten fanden armenische Ermittler spezielle Kommunikationsgeräte für Streitkräfte, Mobiltelefone, Videos die Aufzeichnungen von Truppenübungen armenischer Soldaten zeigen sowie weitere strafrechtlich relevante Gegenstände.

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