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Paschinjan spricht bei BBC HARDtalk über Armenien und Aserbaidschan

Armeniens Premier Nikol Paschinjan sagte in der BBC HARDtalk-Sendung am Samstag, dass Frieden nicht durch einseitige Aktionen Armeniens erreicht werden kann, sondern echter Frieden nur möglich ist, wenn Aserbaidschan die Bemühungen Armeniens erwidert.

„Nachdem ich Premierminister geworden war, schlug ich eine neue Formel für den Frieden vor: Jede Lösung des Bergkarabachkonflikts sollte für das armenische Volk, das Volk von Bergkarabach und das aserbaidschanische Volk akzeptabel sein. Ich bin der erste armenische Staatsführer überhaupt, der sagt, dass die Lösung für Aserbaidschan akzeptabel sein sollte. Leider hat der aserbaidschanische Präsident meinen Vorschlag nicht erwidert“, sagte Premierminister Paschinjan dem britischen Journalisten und Moderator Stephen Sackur.

Paschinjan betonte, dass die jüngsten Gefechte an der armenisch-aserbaidschanischen Grenzen, als Angriff gegen Armenien von Aserbaidschan ausgegangen waren. „Ich verstehe die Situation der internationalen Gemeinschaft, die jedes Mal beidseitige Anschuldigungen darüber hört, wer Waffenstillstandsverletzung begangen haben soll. (…) Daher schlagen wir die Errichtung internationaler Mechanismen vor, um Waffenstillstandsverletzung zu untersuchen. Das ist ein valides Angebot seitens Armenien“, erklärte Paschinjan.

„Seit langer Zeit betreibt der aserbaidschanische Präsident (Ilham Aliyev) eine kriegerische Rhetorik, indem er sagte, er werde den Bergkarabachkonflikt mit militärischer Gewalt lösen. Infolge dieser kriegerischen Rhetorik steht die aserbaidschanische Regierung vor der Herausforderung, der eigenen Bevölkerung zu erklären, warum sie den Konflikt nicht mit Gewalt lösen kann“, erklärte Paschinjan.

Als Antwort auf Stephen Sackurs Bemerkung, dass Paschinjans Äußerung „Arzach ist Armenien. Fertig“ provozierend und nationalistisch sei, sagte der Premierminister: „Seit Tausenden von Jahren ist Arzach von einheimischen Armeniern bewohnt“.

„Die Realität ist, dass zu der Zeit, als der Konflikt begann, 80-90% der Bevölkerung Armenier waren, und Aserbaidschan versuchte, das Land von Armeniern zu säubern. Ab diesem Moment begann der Konflikt“, betonte Paschinjan.

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Er fügte hinzu, dass „die armenische Position nicht nationalistisch ist, denn „die Armenier von Bergkarabach sind existenziell bedroht“.

„Was wir Aserbaidschan vorschlagen, ist der Verzicht auf jede Möglichkeit der Gewaltanwendung. Wir sollten uns auf eine sehr einfache Formel einigen: Es gibt keine militärische Lösung für den Bergkarabachkonflikt“, erklärte Armeniens Premierminister.

Auf die Frage, in welche Richtung er das Land führen werde, da Armenien sich in einer schwierigen Nachbarschaft befinde, sagte Nikol Paschinjan: „Russland ist unser strategischer Partner, was die Sicherheit betrifft. Wir sind Mitglied der eurasischen Wirtschaftsunion und wir haben ein umfassendes und erweitertes Partnerschaftsabkommen mit der EU, und die EU ist unser wichtigster Partner in unserer Reformagenda. Gleichzeitig haben wir eine gute Zusammenarbeit mit der NATO und beteiligen uns an friedenserhaltenden Missionen in Afghanistan, im Libanon, Kosovo und in Mali“, sagte Paschinjan.

„Wir haben gute Beziehungen zum Iran, und wir tun unser Bestes, um unsere guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und zum Iran aufrechtzuerhalten. Wir stehen voll und ganz zu unseren internationalen Verpflichtungen“, erklärte Premierminister Paschinjan.

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