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Armenischer Patriarch Mesrop Mutafyan in Istanbul gestorben

Am heutigen Freitag ist in Istanbul Erzbischof Mesrop II Mutafyan, Patriarch der Armenischen Kirche in Konstantinopel für die Türkei, nach langer schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren gestorben.

Patriarch Mutafyan war ein glänzender Theologe und Hirte seiner Gemeinde in der Türkei. Er stellte sich immer wieder gegen die Ungleichbehandlung der noch wenigen in der Türkei verbliebenen Armenier als Bürger zweiter Klasse. Mutafyan wurde 1979 zum Priester geweiht. Er studierte in den USA, Jerusalem und Rom. 1986 wurde er zum Bischof in Armenien geweiht. Seine Wahl zum Patriarchen wurde durch den türkischen Staat offen behindert, schließlich wurde Mutafyan II jedoch 1998 zum 84. Patriarchen gewählt.

Während seiner Amtszeit wurde er wegen „Beleidigung des Türkentums“ angezeigt. Bei Mutayan wurde 2008 eine Demenz diagnostiziert. Er wurde seitdem im Armenischen Krankenhaus „Heiliger Erlöser“ in Istanbul medizinisch versorgt. Seine letzte Auslandsreise machte er nach Deutschland.

Türkei verhinderte Wahlen

Seit der Demenzerkrankung von Mutafyan übte Erzbischof Aram Ateşyan das Amt des Vertreters des Patriarchen aus. Ateşyan war gegen das Kirchenrecht vom türkischen Staat als Vertreter des armenischen Patriarchen anerkannt worden. So wollte die Türkei eine Wahl verhindern und Ateşyan so lange wie möglich an der Führung lassen.

Schon länger hat die armenische Gemeinde der Türkei eine Patriarchenwahl gefordert, weil Erzbischof Mutafyan aufgrund seiner unheilbaren Krankheit sein Amt nicht mehr ausüben konnte. Dies hat die Türkei bislang immer verweigert, weil Mutafyan noch lebte. Mit dem Tod des Patriarchen stünde der Armenischen Gemeinde nun das Recht zu, einen neuen Patriarchen zu wählen. Der Armenischen Patriarch wird vom Klerus und Laien gewählt. Die Türkei hat sich seit Jahrzehnten immer wieder in die inneren Angelegenheiten der Armenischen Kirche durch Verbote und Einflussnahmen eingemischt.

Lesen Sie auch:  Völkermord an Armenier: Kölner Initiative kämpft weiter für Genozid-Mahnmal
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