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Alex Manoogian: Erfinder des Einhandmischer-Wasserhahns

Das „Manoogian Mansion“ ist seit 1966 die offizielle Residenz des Bürgermeisters von Detroit, Michigan. Der US-armenische Unternehmer Alex Manoogian schenkte die Villa der Stadt. Manoogian erfand den weltweit ersten Einhandmischer-Wasserhahn und gründete das Unternehmen MASCO, zu dem heute unter anderem Marken wie Hansgrohe und DELTA gehören.

Alex Manoogian, 1901 in Kasaba geboren, floh aus seiner Heimat zur Zeit des Genozids an den Armeniern. 1920 ging er als Einwanderer in die USA, mit zwei Koffern und 50 US-Dollar in der Tasche. Obwohl er fünf Sprachen beherrschte, gehörte Englisch nicht dazu. Er arbeitete für eine Reihe von armenischen Arbeitgebern, polierte unter anderem Löffel in einem Silberladen, und unterrichtete Armenisch in Abendkursen.

1926 gründete er die Masco Screw Company, heute ein Milliarden-Unternehmen und wurde zum führenden Philanthropen für armenische Anliegen. Durch harte Arbeit florierte das Unternehmen und war beim Börsengang 1936 das erste Unternehmen in armenischem Besitz, das an der Börse notiert wurde, zunächst in Detroit und später in New York.

Es war jedoch Manoogians philanthropische Aktivität, die ihm Respekt und sogar Verehrung von der weltweiten armenischen Gemeinschaft einbrachte. In den 1930er Jahren trat er der 1906 in Kairo gegründeten wohltätigen Armenian General Benevolent Union“ (AGBU) bei. Mit der Zunahme seiner Spenden wuchs auch sein Ansehen in der Organisation. Im Jahr 1953 wurde er in den Zentralvorstand der AGBU gewählt und wurde internationaler Präsident. Nach 37 Jahren an der Spitze übergab er die Präsidentschaft an seine Tochter Louise.

Es wird geschätzt, dass Manoogian im Laufe seines Lebens etwa 80 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke spendete. Etwa 50 Millionen Dollar gingen an die Unterstützung armenischer Schulen in der ganzen Welt, vom Iran bis nach Lateinamerika, 15 Millionen Dollar an Kirchen und Klöster und mindestens 10 Millionen Dollar an Künstler, Musiker und Gelehrte. Es war Manoogian, der zur Rettung des armenisch-katholischen Klosters San Lazzaro in Venedig einsprang, nachdem es nach einem Betrug vor dem Ruin stand.

Das Alex and Marie Manoogian Schatzkammermuseum in Etschmiadsin, Armenien. (Foto: © Monika Newbound)

1993 wurde Alex Manoogian vom damaligen Präsidenten Levon Ter Petrosian zum Nationalhelden und zum Ehrenbürger Armeniens ernannt und war damit die erste Person außerhalb des Landes, die so geehrt wurde. Manoogian starb 1996 in Detroit. 2007 wurden die sterblichen Überreste von Alex und seiner Frau Marie, die ebenfalls armenischer Herkunft war, auf Einladung der Regierung Armeniens und der armenisch-apostolischen Kirche überführt und mit vollen staatlichen Ehren auf dem Gelände des Heiligen Etchmiadzin vor dem „Alex and Marie Manoogian Schatzkammermuseum“ beigesetzt. Der Erzbischof, nationale Beamte sowie die Tochter Louise Manoogian Simone, der Sohn Richard Manoogian und andere ihrer Familie nahmen an der Zeremonie teil.

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