Geringes internationales Interesse Grund für Absage
Die Gedenkveranstaltung anlässlich des 100. Jahrestags der Schlacht von Gallipoli während des Ersten Weltkrieges wurde abgesagt, wie die türkische Zeitung „Sunday’s Zaman“ berichtet. Der Grund für die Absage ist die geringe Anzahl an Staatsoberhäuptern, die zugesagt haben an den Zeremonien in Ankara, die für den 24. April – dem offiziellen Gedenktag des Genozids an den Armeniern – geplant waren, teilzunehmen.
Die Zeitung zitiert einen Regierungsbeamten, der anonym bleiben möchte, mit den Worten: „Die Gallipoli-Feierlichkeiten wurden abgesagt. Alle Vorbereitungen wurden ausgesetzt, da die Anzahl der Zusagen auf die Einladung nicht positiv war. Nur fünf Länder haben die Einladung angenommen und werden zudem nicht durch hochrangige Beamte vertreten.“
Im Vorfeld der Gallipoli Gedenkfeiern, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer offiziellen Einladungen mehr als 100 führende Politiker der Welt, einschließlich den armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan, eingeladen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Das für diese Gedenkveranstaltungen festgelegte Datum – der 24. April – sorgte für Aufregung unter den Armeniern weltweit. Türkische Menschenrechtsorganisationen forderten die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Gallipoli-Veranstaltungen zu boykottieren.
Am 16. Januar antwortete Armeniens Präsident Sargsjan auf Erdogans Einladung mit einem Brief: „Die Türkei setzt ihre konventionelle Leugnungspolitik fort und perfektioniert seine Instrumente zur Verzerrung der Geschichte. Dieses Mal möchte die Türkei den 100. Jahrestag der Schlacht von Gallipoli am 24. April zelebrieren, obwohl die Schlacht bereits am 18. März 1915 begann und bis Ende Januar 1916 andauerte, während die Operation der Alliierten erst am 25. April begann“, schrieb Sargsjan und fügte hinzu, „Was ist also der Zweck [davon], wenn nicht die Aufmerksamkeit der Welt von dem 100. Jahrestag des armenischen Genozids abzulenken?“